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04.03.2007

Panne auf 4000m

von pascal
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PannenhilfeNach drei Nächten in Copiapo gingen wir heute zeitig auf, um zur Laguna Santa Rosa zu fahren, die auf dem Weg zum Paso San Francisco ist. Dort wollten wir die Nacht auf knapp 4000 müM verbringen, um dann am nächsten Morgen zum Pass hinauf zu fahren, der dann nach Argentinien führt. Wieder einmal kam alles anders als geplant...

Die Fahrt von Copiapo zur Laguna war eindrücklich; wir kamen an mehreren verlassenen Minenstädtchen vorbei, die in der Zeit des "Silberrauschs" im 19. Jh. kurz aufblühten. Ueber staubige, einsame Bergsträsschen kämpften wir uns immer weiter in die Höhe, um dann auf ca. 4200m einen wunderschönen Blick auf die Lagune zu haben. Wir spürten die Auswirkungen der Höhe, dünne Luft, Schwindel, hatten aber keine Kopfschmerzen.

Als wir uns der Lagune näherten, war tatsächlich bereits ein Fahrzeug an der Lagune "parkiert" - unglaublich; wir hatten bisher kaum eine Menschenseele gesehen. Die Insassen des Fahrzeugs schienen sich über uns sehr zu freuen, denn sie winkten uns mit einem weissen T-Shirt zu. Also fuhr ich langsam an die Salzlagune heran, hielt aber einen gewissen Abstand von ca. 100m zum Rand des Wassers. Kaum hielten wir an, stiefelte bereits der Familienvater auf uns zu.

Wie bereits vermutet, hatten sie eine Panne, und zwar waren sie mit ihrem Daewoo-4x4 stecken geblieben und konnten nicht mehr weg. Der Boden um die Lagune war sehr trügerisch: Zwar wirkte der an die Lagune angrenzende Boden solid und fest, aber beim Draufstehen merkte man, wie die Füsse langsam absackten und Wasser hervordrang. Dem Daewoo war's entsprechend schlecht ergangen - alle 4 Räder waren bereits eingesunken, es sah nicht sehr gut aus.

Also Abschleppseil raus, Landy in Position gebracht und versucht, den Wagen rauszuziehen. Ausser, dass sich der Landy selber auch einzugraben begann, brachte dies nichts. Nur mit Mühe konnte ich mein Fahrzeug wieder auf sicheren Boden bringen. Danach versuchten wir, durch Unterlegen mit Steinen dem Daewoo mehr Halt zu verschaffen, was zu Beginn auch Besserung brachte. Leider gruben sich schliesslich die hinteren Räder trotzdem ganz in den Dreck ein - guter Rat war teuer. Inzwischen war ca. 1 Stunde vergangen, in der wir alle wie wild geschuftet hatten, die ungewöhnte Höhe (4000m) tat ihr Übriges, so dass wir alle ziemlich fertig waren.

Wir boten an, dass wir die Familie zum chilenischen Grenzposten mitnehmen könnten; der Vater entschied, beim Wagen zu bleiben und ich, Flavia, die beiden Kinder und ihre Mutter fuhren mit unserem Landy mit, um Hilfe zu holen. Ueber schlechte Schotterpisten kamen wir nach 1 Stunde beim Grenzposten an. Zuerst sah es aus, als sei niemand mehr vor Ort, der Posten schien verlassen. Flavia konnte aber in zwei benachbarten Baracken einen Zöllner entdecken, der wohl noch Siesta hatte ;-)

Landy vol mit Zöllnern und PolizistenNachdem wir ihm unsere Situation geschildert hatten, besprach er sich mit den anderen Männern, die sich inzwischen um uns versammelt hatten. Inzwischen war nach 18 Uhr, die Dunkelheit und die damit verbundene eisige Kälte liessen nicht mehr lange auf sich warten. Es hatte keine weiteren Fahrzeuge beim Grenzposten, alle Männer übernachteten vor Ort und wurden von einem Bus alle Woche vom Stützpunkt geholt bzw. hingeführt. Da es auch nicht möglich war, noch Hilfe aus dem Tal zu holen, fragten wir nach Seilen und Holzplatten, die ich aufs Dach band. 

Ausserdem zwängten sich sage und schreibe fünf Zöllner und Carabineros in unseren Landy, um bei der Rettungsaktion mitzuhelfen. Drei Personen legten sich aufs Bett, und zwei hockten auf den Beifahrersitz. Flavia blieb mit der Familie beim Posten zurück und ich chauffierte die muntere Truppe wieder zur Lagune.

Gegen 19 Uhr, bei Sonnenuntergang, trafen wir endlich bei der Lagune ein. Es sah wirklich nicht gut aus: Die Hinterräder waren zur Hälfte im Dreck und Wasser, das Auto lag mit dem Boden auf. Zuerst versuchten wir mit vereinten Kräften, den Wagen hinten aus dem Loch zu hebeln - ohne Glück. Schieben brachte genauso wenig. Also musste wieder der Landy her. Wir verlängerten mein Abschleppseil mit einem mitgebrachten Tau auf ca. 18m, ich brachte den Landy wieder in Position, wobei alle Räder mit den Holzbrettern unterlegt wurden. Der Landy zog und riss, aber ausser, dass die Bretter zerbrachen, geschah nichts.

Inzwischen war's dunkel und kalt geworden, und die Stimmung sank. Ein letzter Versuch mit dem Landy sollte es zeigen. Wieder in Position gebracht, allerdings das Abschleppseil noch nicht gespannt (ca. 1m locker). Mit einem Ruck sollte der Wagen aus dem Loch gehievt werden, wobei die anderen sechs Männer von hinten anstiessen. Und tatsächlich, es klappte. Nach zwei weiteren Anläufen gelang es mir dann, den Daewoo endlich  auf sicheren Boden zu ziehen.

Inzwischen war 20 Uhr vorbei, und wir fuhren wieder zum Grenzposten. Dort gab's dann Kaffee und Tee, Freude herrschte. Allerdings wurde aus unserem Plan, an der Lagune zu übernachten, nichts mehr und wir mussten wohl oder übel beim Grenzposten in der Nähe pennen. Schade...

03.03.2007

In Copiapó

von pascal
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Wir sind drei Tage in Copiapó geblieben, der Hauptstadt der Region de Atacama, Region III von Chile. Von dort aus haben wir diverse Ausflüge unternommen.

Wir waren im ehemaligen Minenstädtchen Charnacilla, ca. 80 km südlich von Copiapó. Nur noch ein paar Steinhaufen zeugen davon, dass hier, mitten in der Wüste von Atacama, im 19. Jahrhundert bis zu 14'000 Menschen gelebt hatten. Damals wurde in den nahegelegenen Minen Silber abgebaut und das Städtchen florierte. Als alles Silber abgebaut war, verschwand das Städtchen wieder im Sand der Wüste.

IMG_1809.JPGAusserdem haben wir die Gunst der Stunde genutzt und im Observatorio Inca de Oro eine Führung vereinbart, um die Mondfinsternis bewundern zu können. Leider startete die Führung etwas spät, so dass der Erdschatten bereits wieder kleiner wurde.

Nichtsdestotrotz war es ein spektakuläres Erlebnis, da der Himmel über der Atacama-Wüste wahnsinnig klar ist und kein störendes Licht einer Grossstadt die Sicht trübt. Auch die anschliessende Präsentation der Studenten, die den Himmel hier observieren, war sehr interessant.

01.03.2007

Ruta Panamericana, Chile

von flavia
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Panne Nr. 2Wir hatten zwei Tage vor unserer Abreise Richtung Chile noch einen Oelwechsel machen lassen und ein "angeschlagenes" Gelenk fetten lassen, um so gut gewartet Richtung Chile aufbrechen zu können. Leider hatten wir kurz vor der Grenze auf ca. 3000 m.ue.M. erneut eine Panne: Der Dieselschlauch war durch die Hitze erneut angerissen. Ein argentinischer Polizist half uns kurzerhand beim Austausch des Schlauches, den wir ja von der letzten Panne her noch vorrätig hatten. Ich kann nur sagen, die Argentinier sind einfach unglaublich nett und hilfsbereit!

KakteenWeiter gings durch drei Kilometer unbeleuchteten und unbelüfteten Tunnel mit etwa 15 Metern Sichtweite. Dazu muss man noch sagen, dass die Chilenen unglaublich schlechte Autofahrer sind.. einfach kriminell! Aber es kam noch besser. Nach dem Tunnel kam der chilenischen Zoll, wo wir drei Stationen passieren mussten, was fast zwei Stunden gedauert hat, da unser Auto komplett gefilzt wurde und die Grenzwächter keine Ahnung hatten, was sie mit unseren Autopapieren anfangen sollten. Witzigerweise haben sie (drei Mann) nichts im Wagen gefunden und den argentinischen Honig, die Eier, die Gewuerze uebersehen...

Wir übernachteten im Tal und fuhren am nächsten Morgen Richtung Valparaiso. Mit dem Auto war es recht mühsam, da wir in kein Parkhaus passten (ueber 2m Hoehe). Ausserdem kostet dort eine Stunde parken bis zu 10 Franken!

Was stark auffällt, sind die eher reichen Chilenen mit teuren grossen amerikanischen Autos und daneben die wahnsinnig armen Leuten, die in Wellblechhäusern ohne Wasser und Strom leben. Diese Gegensätze sind hier besonders krass.

Termas SocioNach einer weiteren Nacht auf einem Camping steuerten wir das Hotel Terma Socos an, wo wir uns es uns einen Tag lang gut gehen liessen.

Weiter gings dann die Panamericana hinauf Richtung Copiapó, wo wir gerade unser Blog aktualisieren. Hier ist es wahnsinnig heiss, und wenn nicht gerade ein Fluss etwas grün in die Landschaft bringt, sind wir umgeben von Wüste und Trockenheit. Wir werden heute Richtung Nationalpark und Paso San Francisco aufbrechen und uns wieder von der argentinischen Seite aus melden.

24.02.2007

Ein Abstecher in die Schweiz

von flavia
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Cabaña Helvetia Restaurant Helvetia Bruno und Ana

Nachdem unsere beiden Schweizer Richtung Santiago abgereist waren, fuhren wir zu den Thermen im Westen von Mendoza... Unterwegs fuhren wir an einer Schweizer Kolonie vorbei, wo es Campingplätze, Cabañas und auch Restaurants hat. Da der Thermalpark ziemlich mit Menschen ueberlaufen war, kehrten wir zu den Cabañas Helvetia zurueck.

Wie sich herausstellte, gehören die Cabañas und das grosse Schweizer Chalet davor dem Schweizer Bruno Rizzardi, der vor 17 Jahren mit seiner Frau Ana und seinen beiden Söhnen nach Argentinien auswanderte und hier bis vor kurzem auch ein Restaurant mit Schweizer Küche geführt hat. Ausserdem unterhalten er und seine Frau fuenf schoene Cabanas, die inmitten von Baeumen (3'500, alle von ihnen gepflanzt) gelegen sind. In dieser Oase der Ruhe konnten wir uns waehrend dreier Tagen herrlich erholen.

Assoado bei BrunoBruno hat uns auch zu einem richtigen Asado eingeladen, bei dem natürlich auch Innereien serviert werden.. Es war ein Super-Abend! Bruno gab uns noch eine Fuehrung durch das Restaurant, das im Moment geschlossen ist und wahrscheinlich nach der Rückkehr der beiden Söhne aus der Schweiz wieder geöffnet wird. Wir kamen fast nicht aus dem Staunen heraus! Das Restaurant mit den Holztischen, Holzstuehlen und den Schwizer Kantonswappen sieht einfach aus wie eine typische Schwizer Beiz! Wir hoffen, dass es bald wieder öffnet!

Bruno und seine Familie mussten offenbar in der Vergangenheit Einiges einstecken, haben hart gearbeitet und wurden auch uebers Ohr gehauen, aber meiner Meinung nach hat sich die Muehe gelohnt!

21.02.2007

Wein und Sein in Mendoza

von flavia
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Leider hatten wir Seline und André (das Pärchen, das wir von Chile hier kennen) erneut verpasst, und so fuhren wir direkt nach San Rafael und  hofften, die beiden tagsdarauf treffen. Die letzten hundert Kilometer auf dem Weg zu unserem Zeltplatz in San Rafael, nach Einbruch der Dunkelheit, waren nicht ganz ungefährlich. Viele Autos haben nicht nur abgefahrene Reifen oder keine Bremsen, sondern auch kein Licht! Ohne Strassenbeleuchtung ist es praktisch unmöglich, Fahrzeuge auf der Strasse auszumachen. Leider sind auch die meisten Überholmanöver eher gefährlich und so waren wir froh, dass bei uns alles glatt lief.


Canyon Atuel Stausee Atuel Seline Andre und wir

Am nächsten morgen fuhren wir etwa 30 Kilometer südlich von San Rafael den Canyon Atuel hinauf und haben dabei die wunderschöne Landschaft mit dem Fluss, den kleinen Stauseen und die Felswände aus gelbem, rotem, weissen und grünlichem Gestein bestaunt. Hier trafen wir auch endlich wieder auf Seline und André, die gerade von einer Kanu-Fahrt auf einem der blauen Stausee zurückgekommen waren.


BodegaZusammen besuchten wir dann die Bodega von Valentino Bianchi, die organisierte Touren durch ihre Bodega anbietet. Auf dem Weg nach Mendoza fuhren wir direkt neben Obstbäumen, Rebstöcken und Olivenbäumen vorbei. Die Gegend erinnerte uns stark an Südfrankreich oder Norditalien.


Leider haben wir in Maipú, das direkt an die Stadt Mendoza grenzt und von zahlreichen Bodegas umgeben ist, weder einen Zeltplatz noch ein Cabaña gefunden und so haben wir alle im Nachbarort auf einem (schlechten) Zeltpatz übernachtet.

Am nächsten Morgen haben wir uns für die nächsten beiden Tage ein sehr schönes Cabaña, also ein kleines Häuschen mit Küche und Bad, für vier Personen gemietet und sind anschliessend wieder nach Maipú gefahren, um dort eine der vielen Bodegas zu besuchen.

WeinfaesserWir fuhren die erste grössere Bodega, San Telmo, an und fragten, ob wir die Anlage besichtigen könnten. Leider meinte der Wachmann, dass das nicht möglich sei und so wollten wir bereits wieder Richtung Hauptstrasse umdrehen, als uns zwei Herren im Auto hinter uns fragten, ob wir eine Besichtigung machen möchten.

Wir antworteten, dass das nicht möglich sei, worauf uns die Herren widersprachen und den Wachmann anwiesen, uns Besucherausweise auszustellen.

Es stellte sich heraus, dass es sich um die Oenologen des Weinguts handelte, und so kamen wir zu einer privaten Führung durch die Bodega und durften hier dann auch endlich Wein degustieren. Diesen Super Tag rundeten wir "zuhause" im Cabaña mit einer Parilla (Grill-Fest) und feinem Malbec-Wein ab.


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